|
|
|
2 ZustellungsprozesseDer Distributionsprozess beschäftigt sich mit der Belieferung von Erzeugern und Kunden mit Produkten zu deren Bedürfnisbefriedigung.Unter Kunden werden in dieser Arbeit die Leistungs- bzw. Produktempfänger verstanden. Als Synonyme hierfür werden Empfänger und Bezieher eingesetzt. So führt auch Fleischmann in seinem Buch: Advances in Distribution Logistics an: „Distribution Logistics is concerned with the design and control of all processes necessary for delivering the products of manufacturers to the customers so as to satisfy their demand. These processes – transport, warehousing, administration and communication – are part of the supply chain, where they are linked with the production and the purchase of materials.” 5 Die Distribution ist nur ein Bereich der umfassenden Supply Chain, welche Kunde, Händler, Distributor, Hersteller und Lieferant mit einbezieht. Unter Distribution wird die Verteilung von Handelsgütern an die Kunden verstanden.6 Grundsätzlich kann der Distributionsprozess, in dieser Arbeit auch als Distributionsweg, Absatzweg, Warendistribution und Distributionsmöglichkeit bezeichnet, in Distributionskanal und Distributionslogistik aufgeteilt werden. Der Distributionskanal kann dann weiters in direktem und indirektem Absatz untergliedert werden. Viele Unternehmen setzen eine Mischform aus beiden Absätzen ein. 7 Zur Distributionslogistik gehören die Bereiche Lagersystem, Transportnetz und Service, wie in folgender Abbildung ersichtlich ist. In dieser Abbildung werden die wichtigsten Komponenten eines Distributionssystems aufgezeigt, wobei in fetter Schrift die digitalen Kanäle dargestellt werden: Abbildung 1: Distributionskanal und Distributionslogistik8 Die Wahl des richtigen Distributionsweges richtet sich nach der Eigenheit des Produktes bzw. der Dienstleistung. Zu den verschiedenen Beschaffenheitsarten zählen: 9
Unter indirektem Absatz, versteht man, dass die Distribution unter der Einschaltung des Handels, vor allem im Konsumgüterbereich, durchgeführt wird.10 Das bedeutet, dass im offline Bereich zwischen Hersteller und Kunden auch weitere Partner, wie Groß- oder Einzelhändler eingesetzt werden. 11 Zu einem besseren Verständnis zeigt Abbildung 2 noch einmal die Unterschiede von direktem und indirektem Absatz grafisch aufbereitet:
2.1 Zustellung durch Logistikunternehmen.Bei der Hauszustellung durch ein Logistikunternehmen bekommt der Kunde die bestellte Ware unter anderem durch die Post entweder nach Hause oder an die sonstige angegebene Lieferadresse, wie beispielsweise an den Arbeitsplatz geschickt.20
Tabelle 1: Top 10 der europäischen Logistikkonzerne22
2.2 Hauszustellung per KEP-DiensteDie Abkürzung KEP-Dienste steht für Kurier-Express-Paket, bzw. Postdienste. Die einzelnen Dienstleister unterscheiden sich jeweils durch ihre unterschiedlichen Transport- und Serviceangebote.Beim Kurierdienst passiert die Sendung persönlich und direkt vom Absender zum Empfänger innerhalb einer Stadt bzw. eines Zustellungsgebietes. Der Hauptfokus des Kurierdiensts liegt in den individuellen Austraggeberwünschen und im schnellen Transport von Sendungen bis circa 31 Kilogramm. Die Paketdienste haben eine hohe Standardisierung, durch welche eine schnelle Sendung ermöglicht wird. Expressdienste stellen in Europa keine wesentlichen Unterschiede zu den Paketdiensten dar, da es hier, im Gegensatz zur USA, keine so weiten Distanzen gibt. In den USA sind die Expressdienste stark automatisiert und werden oft mittels Frachtflugzeuge durchgeführt. Die KEP Dienste ermöglichen einen lückenlosen Nachvollzug des Versandweges und das Festlegen der Zustellungszeit.23 Beim lückenlosen Nachvollzug des Versandweges handelt es sich um „Track & Trace“. Mit diesem Angebot kann der Kunde während der Beförderung seines Pakets über das Internet oder über eine Telefon-Hotline nachfragen wo sich dieses gerade befindet.24 2.3 Hauszustellung durch UnternehmenDie Zustellung der Lieferung an die angegebene Lieferadresse erfolgt durch das Unternehmen selbst oder einen Spediteur.25 Ein Spediteur ist jemand der vom Unternehmen beauftragt ist, die Lieferung durchzuführen. Die Funktionsweise dieser Lieferung ist dieselbe wie im Kapitel 2.1 beschriebene Zustellung durch ein Logistikunternehmen.2.4 Abholung vom Kunden beim HändlerDurch diese Form des Absatzes will der Händler seinem Kunden ein gewisses Kundenservice anbieten, indem er die vom Kunden vorbestellte Ware zusammen sucht und anschließend zur Abholung bereitstellt.Der Vorteil für den Käufer liegt bei dieser Form in der Zeitersparnis. Der Kunde braucht sich nicht mit langem Suchen für verschiedene Artikel aufhalten, sondern bestellt einfach beim Fachhändler vor, sodass er sich die Ware nur mehr abholen braucht. Der Vorteil für den Fachhändler ist, dass er dem Kunden bei der Abholung, zusätzlich zum bestellten Paket, noch andere dazu passende Artikel anbieten kann. Darüber hinaus werden dem Anbieter Kosteneinsparungen ermöglicht. Diese können dann für die Attraktivitätssteigerung des Angebots genutzt werden und dadurch an den Kunden weitergegeben werden.26 2.5 Persönlicher VerkaufDer persönliche Verkauf dient als Quelle der Informationsgewinnung über den Kunden und seine Bedürfnisse. Es kann festgestellt werden, wie zufrieden der Kunde mit dem Produkt ist und dessen mögliche Kritik am Produkt kann zu Verbesserungen führen. 27Der persönliche Verkauf tritt in vielerlei Formen auf:
Die Verkaufsgespräche sollen einen Verkaufsabschluss bewirken, welche mit der intensiven Beschäftigung mit dem Verbraucher erreicht werden können. Die Vorteile dabei sind, dass durch den persönlichen Verkauf eine gute Kundenorientierung gewonnen werden kann. Der Verkäufer kann auf Kundenwünsche eingehen und darüber hinaus weitere wichtige Informationen über Entscheidungskriterien für den Kauf, Informationen über den Wettbewerb und über bestehende Konkurrenzprodukte gewinnen.29 Vor allem bei erklärungsbedürftigen Produkten sucht der Kunde eine Gesprächsperson, an die er sich wenden kann. 30 Weiters gilt, je komplexer das Produkt für den Kunden ist, umso gezielter muss der Verkauf und umso höher das Informationsniveau sein. Die Komplexität kann sich auf die technische Spezifika des Produktes oder auf die Kenntnisse des Konsumenten beziehen. 31 2.6 PackstationenDie Post bietet neben der herkömmlichen Hauszustellung, wie in Kapitel 2.2 beschrieben, die Auslieferung über Paketautomaten, auch Packstationen genannt, an. Hierbei wird die Sendung in einem Schließfach zwischengelagert. Der Empfänger wird dann mittels E-Mail oder SMS über die Ankunft des Pakets benachrichtigt und kann anschließend die Sendung mittels Eingabe des übermittelten Zahlencodes, abholen. Es können auch Retouren aufgegeben werden. Dazu müssen die Paket-Sendungen beim Postamt aufgegeben werden und anschließend werden diese an eine Packstation verschickt. 32Vorteil für den Kunden ist, dass diese die Übergabestelle, welche für sie bequem zu erreichen ist, selbst auswählen. Ein Nachteil ist, dass großvolumige Produkte, wie beispielsweise Möbel, nicht für Packstationen geeignet sind. 2.7 ÜbergabeterminalsÜbergabeterminals, wie beispielsweise Deutschlands Tower24, sind Hochregallager, die in einem runden Turm von 4,5 Meter Durchmesser und 10 Meter Höhe untergebracht sind. Solch ein Turm bietet Platz für 300 Boxen und kann frei oder in einem Gebäude aufgestellt werden. Innerhalb des Turmes gibt es drei Temperaturzonen, -18, -4 und +18 Grad Celsius. Standorte solcher Terminals sollen Plätze wie große Parkplätze, Citylagen, Bahnhöfe oder Flughäfen sein. 33 Die Funktionsweise solcher Übergabeterminals ist folgend: 2.8 Pickpoint-StationenBei den Pickpoint-Stationen wird die zustellende Ware an gut zugänglichen und mit Personal besetzten Plätzen, wie Bahnhöfen, Einkaufszentren, Tankstellen, Trafiken, etc. gelagert. 35Die entsprechenden Empfänger haben damit die Möglichkeit ihre Ware zu den Öffnungszeiten der jeweiligen öffentlichen Stellen abzuholen. Eine weitere ergänzende Möglichkeit ist, die Ware in automatisierte Schließfachsysteme zu geben, sodass sich der Empfänger seiner Ware, mit einem eigenem Schlüssel oder einem Code für ein gegebenes Eingabefeld, bedienen kann. 36 Vorteil für den Kunden ist hierbei, dass die Kunden die für sie leicht erreichbare Station des Pickpoints, selbst auswählen können. Ein Nachteil liegt, wie auch bei den Packstationen, beim Transport großvolumiger Produkten. 37 2.9 Hauseigene EmpfangsboxenBei diesen Boxen handelt es sich um Stahlblechboxen, welche ein Zahlenschloss tragen. Bei der Bestellung gibt der Kunde die Kombination für das Zahlenschloss an, mit dem der Zusteller die Box öffnen kann, um das Paket hinein zu legen. Anschließend ändert sich der Code automatisch. Dadurch wird sichergestellt, dass nur mehr der Kunde mit seinem Code auf die Box zugreifen kann. 38Vorteil dieser Form ist, dass die Lieferung an die Privatadresse erfolgt, sodass der Empfänger die gelieferte Ware nicht persönlich in Empfang nehmen muss. Eine kostenintensive Mehrfachzustellung kann dadurch vermieden werden. Nachteil in dieser Form ist aber, dass die Anschaffung der Anlage und deren Installation mit 100 bis 15039 Euro sehr kostenintensiv sind. Dadurch kann sie sich nur bei regelmäßigen Bestellungen beim entsprechenden Anbieter, der ein eigenes Lieferservice anbieten kann, rentieren. Da diesen Service nur der Online-Lebensmittelhändler hat, handelt es sich hierbei um ein branchenspezifisches Konzept, welches in der Praxis keine hohe Bedeutung hat. 40 2.10 Distribution digitaler DatenDigitale Produkte können über Online Kanäle, sowie auch offline über Datenträger, wie beispielsweise CDs oder DVDs verteilt werden. In diesem Kapitel wird die offline Variante der digitalen Distribution beschreiben. Zur Distribution digitaler Daten im online Bereich siehe Kapitel 4.
5 Vgl. Fleischmann, 1998, S. 5. 6 Vgl. Meier / Stormer, 2005, S.117. 7 Vgl. Balster, 2002, S. 55. 8 Modifiziert übernommen aus: Meier / Stormer, 2005; S. 118. 9 Vgl. Meier / Stormer, 2005, S. 118. 10 Vgl. Balster, 2002, S. 54. 11 Vgl. Meier / Stormer, 2005, S. 119. 12 Modifiziert übernommen aus Balster, 2002, S. 68. 13 Vgl. Balster, 2002, S. 68. 14 Vgl. http://www.personal.euv-frankfurt-o.de/de/personal/lehre/veranstaltungen/aktuell/Automobil/Abnehmerseite.pdf [Stand: 4.12.2007]. 15 Vgl. Balster, 2002, S. 68. 16 Vgl. http://www.marketicon.info/homepage/dictionary/definition.php?id=361 [Stand: 28.12.2007]. 17 Vgl. http://www.personal.euv-frankfurt-o.de/de/personal/lehre/veranstaltungen/aktuell/Automobil/Abnehmerseite.pdf [Stand: 4.12.2007]. 18 Vgl. De Koster / Van der Poort / Roodbergen, 1998, S. 376. 19 Vgl. Quadt, 2004, S. 2. 20 Vgl. Köcher, 2006, S. 27. 21 Vgl. http://www.formblitz.de/index.php?p=508&form_id=628&gclid= CLTS8LOx3JACFR6kXgodXk5-QA [Stand 04.01.2008]. 22 Modifiziert übernommen aus Vahrenkamp / Siepermann, 2005, S.133. 23 Vgl. http://www.logistikbranche.net/unternehmen/kep.html [Stand: 02.01.2008]. 24 Vgl. http://fedex.com/at/insight/ [Stand: 02.01.2008]. 25 Vgl. Madlberger, 2004, S.142. 26 Vgl. Weiber, 2002, S. 462. 27 Vgl. http://www.marketing-lexokon-online.de [Stand: 2007-12-12]. 28 Vgl. Balster, 2002, S. 70. 29 Vgl. Balster, 2002, S. 71. 30 Vgl. Winkelmann, 2006, S. 285. 31 Vgl. Colbert / Nantel / Bilodeau, 1999, S. 193. 32 Vgl. Köcher, 2006, S.27. 33 Vgl. Bennemann, 2002, S. 134. 34 Vgl. http://www.tower24.de/frameset_start.htm [Stand: 2007-11-29]. 35 Vgl. http://www.hermespaketshop.de/paketshopinfo.php [Stand: 2008-01-02]. 36 Vgl. http://www.pickpoint.at/pages/b2b.php [Stand: 2007-12-05]. 37 Vgl. Köcher, 2006, S.27. 38 Vgl. Vahrenkamp / Siepermann, 2005, S.120. 39 Vgl. Vahrenkamp / Siepermann, ebenda. 40 Vgl. Köcher, 2006, S. 27 41 Vgl. Precht / Meier / Tremel, 2004, S. 27. 42 Vgl. Meier / Stormer, 2005, S.123. 43 Vgl. Meier / Stormer, 2005, S.123.
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||



